| 1908 |
geboren am 19. Dezember in Berlin-Schöneberg |
| 1931 |
Studium der Sozilogie und
Kunstgeschichte in Freiburg und Frankfurt am Main;
Professoren u.a. Theodor W. Adorno, Karl Mannheim,
Norbert Elias. |
| 1933 |
Flucht nach Paris; sie entgeht damit der
drohenden Verhaftung aufgrund ihrer Opposition gegen das
Hitler Regime. An der Pariser Sorbonne setzt sie ihre
Studium fort. |
| 1936 |
Promotion an der Sorbonne; Adrienne
Monnier hilft ihr dabei, indem sie ihre Doktorarbeit
"La photographie en France au XIXe siècle" -
wie es Vorschrift ist - veröffentlicht. In
"Life" erscheint ihre erste große
Photoreportage über Arbeitslosigkeit in England. Sie
wird durch ihre Heirat mit Pierre Blum französische
Staatsbürgerin. |
| 1939 |
"Time Magazin" veröffentlicht
auf der Titelseite eines ihrer Farb-Portraits von James
Joyce. Sie ist die erste Photographin in Frankreich, die
bereits seit 1938 einen 35-mm-Farbfilm verwendet. |
| 1940 |
Gisèle Freund gelingt abermals die
Flucht, diesmal aus dem besetzten Paris in den freien Süden
Frankreichs ins Departement Lot wo sie im Untergrund
lebt. |
| 1942 |
Victoria Ocampo - Herausgeberin der
Literaturzeitschrift "Sur" in Buenos Aires - lädt
Gisèle Freund nach Argentinien ein. Sie arbeitet in Südamerika
nicht nur als Journalistin und Photoreporterin, sondern
auch als Kulturbotschafterin des Freien Frankreich |
| 1946 |
Rückkehr nach Paris. Gisèle Freund fährt
1946 als Abgesandte des Musée de lHomme und des
Informationsministeriums nach Südamerika zurück; von
dort bringt sie Photographien und einen Dokumentarfilm in
Farbe mit zurück. |
| 1947 |
Eintritt in die Photoagentur
"Magnum" kurz nach der Gründung |
| 1950 |
"Life" veröffentlicht ihre
Reportage über Evita Perón, die zu diplomatischen
Verwicklungen zwischen den USA und Argentinien führt.
Gisèle Freund lebt und arbeitet 2 Jahre in Mexiko, wo
die Maler Diego Rivera und Frida Kahlo ihre Freunde
werden. |
| 1953 |
Rückkehr nach Paris. Sie kauft sich
zusammen mit einer Freundin je eine der kleinen Wohnungen
im Haus Nr. 12 der Rue Lalande, die bis zu ihrem Tod im März
2000 ihr ständiger Wohnsitz bleibt. |
| 1954 |
Gisèle Freund wird vom FBI zur unerwünschten
Person erklärt; so entfällt eine für
"Magnum" geplante Reportage über die USA und
sie verläßt "Magnum" |
| 1963-1968 |
Erste Gemeinschafts-Ausstellung in
Deutschland; in New York erscheint ihr Buch "James
Joyce in Paris"; ihre Dissertation erscheint in
deutscher Sprache mit dem Titel "Photographie und bürgerliche
Gesellschaft"; wichtige Ausstellung im Musée dart
moderne de la ville de Paris |
| 1970-1976 |
Reisen nach Japan und in den Nahen
Osten; ihre Autobiographie "Le monde et ma caméra"
erscheint in französischer und englischer Sprache; Veröffentlichung
einer politischen Geschichte der Photographie in mehreren
Sprachen, in deutsch "Photographie und
Gesellschaft", die zu einem wissenschaftlichen
Standardwerk wird; Reisen in Europa, den USA und nach
Mexiko |
| 1977 |
Sie wird Präsidentin des französischen
Photographenverbands; erste Retrospektive in der BRD im
Rheinischen Landesmuseum, Bonn; Teilnahme an der
documenta 6 in Kassel |
| 1978- 1980 |
Gisèle Freund erhält verschiedene
Auszeichungen: in Deutschland den Kulturpreis der
Deutschen Gesellschaft für Photographie; in Frankreich
den Grand Prix National des Arts für Photographie |
| 1981 |
Gisèle Freund erhält den Auftrag eines
offiziellen Portraits des französischen Präsidenten
Françoise Mitterand |
| 1982-1987 |
Es folgen weitere Auszeichnungen:
Officier des Arts et Lettres, Chevalier de la Légion dHonneur,
Officier du Mérite. Ausstellung in der Galerie de
France, Paris |
| 1987-1988 |
Studienjahr in den USA auf Einladung der
Getty-Foundation; Retrospektive im Werkbund-Archiv in
Berlin |
| 1989 |
Verleihung des Dr. honoris causa der
Universität Bradford, England |
| 1991 |
Große Gisèle Freund Retrospektive im
Musée national dart moderne (Centre Pompidou) in
Paris auf der 5. Etage, die bis zu diesem Zeitpunkt nur
den ganz Großen der Malerei vorbehalten war |
| 1994 |
Ausstellung im Museum für Photographie
in Braunschweig |
| 2000 |
Gisèle Freund verstirbt in der Nacht
vom 30. auf den 31. März in Paris. |